Julia Goldstein als Kind

… Julia Goldstein als Kind in Moskau

Julia Goldstein – Biografie

Die Pianistin und Klavierpädagogin Julia Goldstein übernimmt ab 2019 die ehrenvolle Aufgabe, für talentierte junge Pianistinnen und Pianisten eine Exzellenz-Klavierklasse an der Musikschule „FILUM“ in Filderstadt aufzubauen. Mit dieser neuen Tätigkeit erfüllt sich Julia Goldstein ihren Wunsch, Pädagogisches und Künstlerisches auf höchstem Niveau miteinander zu verbinden. Inzwischen sind viele Schüler von Julia Goldstein namhafte Musiker geworden, die in der ganzen Welt konzertieren und zu Professoren an renommierten Universitäten ernannt wurden, darunter Igor Levit, Jinsang Lee, Konstantin Semilakovs, Nicolai Gerassimez, u. v. a..

Als Tochter des Geigers Boris Goldstein und der Violinpädagogin Irina Goldstein wurde Julia Goldstein 1964 in Moskau geboren. Im Alter von 5 Jahren erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht bei Nune Chatschaturjan, der Tochter des berühmten Komponisten Aram Chatschaturjan.

Bereits als Vierzehnjährige war Julia Goldstein 1. Preisträgerin bei „Jugend musiziert“, beim Grotrian-Steinweg-Wettbewerb in Braunschweig sowie beim „Concertino Praga“ Wettbewerb in der Tschechoslowakei mit anschließender Konzertreise. 1980 unternahm sie als Solistin des Grieg-Klavierkonzerts zusammen mit dem Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester eine Reise nach Portugal. Einen weiteren 1. Preis gewann Julia Goldstein 1981 beim Steinway-Wettbewerb in Hamburg sowie einen 3. Preis beim internationalen Jugend-Pianistenwettbewerb „Alfred Cortot“ in Mailand. Zur gleichen Zeit begann ihr offizielles Musikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover. 1984 wurde sie in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Anschließend absolvierte sie ein Auslandsstudium bei Prof. Sulamita Aronovsky am Royal Northern College of Music in Manchester/England.

1984 schloss Julia Goldstein ihr Musikstudium in Hannover in der Klasse von Prof. Karlheinz Kämmerling mit der Staatlichen Musiklehrerprüfung und 1986 mit der Künstlerischen Reifeprüfung ab. Es folgte ein Aufbaustudium an der Folkwang-Hochschule in Essen in der Meisterklasse von Prof. Boris Bloch, welches sie 1991 mit dem Konzertexamen (Brahms 1. Klavierkonzert) beendete.

Durch die enge Zusammenarbeit mit ihrem Vater, dem berühmten russischen Geiger Boris Goldstein, entwickelte sich im Laufe der Zeit eine besondere Affinität zur Kammermusik. Zusammen mit ihm hat Julia Goldstein die Violinsonaten von Brahms und Franck eingespielt. Sie musizierte auch mit renommierten Musikern wie Sabine Meyer, Christian Tetzlaff, Christoph Marks, Julius Berger, Alexander Rudin und Kathrin Rabus. Zudem unternahm sie mehrere Konzertreisen und spielte mit vielen großen Orchestern im In- und Ausland, u. a. mit dem Philharmonischen Orchester Hamburg sowie dem Orchester der Beethovenhalle Bonn. Sie war bei Festivals wie dem „Musikland Niedersachsen“, beim Rachmaninow-Festival in Tambow/Russland präsent und trat im Großen Saal des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums auf.

Neben ihrer solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit hat sich Julia Goldstein sehr schnell als Klavierpädagogin einen Namen gemacht. Bereits mit 14 Jahren begann sie sich sehr intensiv mit den pädagogischen Aspekten verschiedener Lernmethoden und Konzepten zu beschäftigen, sodass der Grundstein für ihre speziell entwickelte Unterrichtsmethode gelegt werden konnte. Die Begegnung und Zusammenarbeit mit bekannten Pädagogen-Persönlichkeiten des späten 20. Jahrhunderts, ermöglichte Julia Goldstein, die Traditionen verschiedener Schulen in ihre eigene Methode einfließen zu lassen. So war sie zum Beispiel zwischen 1989 und 1997 regelmäßig beim Schleswig-Holstein Musikfestival als assistierende Dolmetscherin bei den Klavierkursen des russischen Pädagogen Lev Naumov engagiert.

Zudem erfüllte Julia Goldstein von 2002-2005 einen Lehrauftrag für Klavier an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg. Von 2015-2018 war sie an der Stuttgarter Musikschule tätig.

Ihre klavierpädagogische Expertise und ihre persönliche musikalische Erfahrung zeigen sich in der Spitzenförderung und am künstlerischen Erfolg ihrer Schüler, unter denen etliche Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ sowie weiterer nationaler und internationaler Wettbewerbe zu finden sind.